ME Saar aktuell

 
Mittwoch. 20. November 2019

ME Saar: MINT-Fachkräftelücke durch Bildungsangebote schließen

Um den MINT-Fachkräftebedarf auch künftig zu sichern, muss das Saarland bei der technischen Bildung nachsteuern. Das ist ein Ergebnis des aktuellen MINT-Reports des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). „Um mehr Jugendliche für MINT-Berufe zu gewinnen, gilt es vor allem, die Kompetenz in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern zu stärken“, sagt Tina Raubenheimer, Referentin für Bildung beim Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar).

Hier stellt der aktuelle Report dem Saarland eine schlechte Note aus: Die Kompetenz von Neuntklässlern ist über sämtliche naturwissenschaftliche Fächer hinweg gesunken, von Mathematik über Biologie, Physik bis zu Chemie. Um die MINT-Bildung in der Schule zu stärken gilt es der Studie zufolge, den MINT-Fächern ein größeres Gewicht einzuräumen. Dazu gehört auch, zusätzliche Lehrer einzustellen, den Einsatz digitaler Geräte im Unterricht zu optimieren und die MINT-Profile der Schulen zu stärken.

„MINT-Bildung beginnt aber nicht erst in der Schule“, sagt Raubenheimer. „Schon Kindergartenkinder sind neugierig auf die Vorgänge in Natur und Technik. Das sollten wir noch viel stärker fördern.“ ME Saar unterstützt über die Initiativen „Haus der Kleinen Forscher“ und „Für Technik begeistern“ die frühkindliche und schulische Förderung in naturwissenschaftlichen Themen.
Außerdem gilt es, die Selbstwahrnehmung von Frauen und Mädchen zu stärken. Denn noch immer beurteilen Eltern die naturwissenschaftlichen Fähigkeiten ihrer Töchter schlechter als die ihrer Söhne. „Das färbt dann auch auf das Selbstbild von Mädchen ab, eine Entwicklung, die wir gesellschaftlich durchbrechen müssen. Denn Mädchen haben nicht per se weniger MINT-Kompetenz, sie wird ihnen auch anerzogen.“ MINT-Förderprogramme, MINT-Mentorenprogramme und eine klischeefreie Berufs- und Studienorientierung können hier wichtige Impulse setzen.

Letztlich wird es unumgänglich sein, die MINT-Fachkräftelücke auch durch Zuwanderung zu füllen. In der Region Rheinland-Pfalz/Saarland fehlen aktuell 15.500 Fachkräfte in diesem Bereich. Bundesweit sind aktuell 263.000 Stellen unbesetzt. Bereits jetzt setzt das Saarland überproportional auf ausländische Fachkräfte. Mit einem Ausländer-Anteil bei MINT-Fachkräften von 12,5 Prozent belegt das Saarland Platz 3 aller Bundesländer. Ohne Zuwanderung wäre die Fachkräftelücke in Deutschland um 232.400 Personen höher und würde damit einen Wert von rund einer halben Million erreichen.

Rückfragen gerne an:
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
Tel.    0681 9 54 34-28
E-Mail wollschlaegermesaar.de