ME Saar aktuell

 
Dienstag. 19. November 2019

ME Saar: Strukturwandel gemeinsam anpacken

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V. (ME Saar) begrüßt die Bereitschaft der IG Metall, gemeinsam mit den Unternehmen und der Politik Lösungen für die Krise der Autoindustrie zu erarbeiten. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Saarbrücken, Patrick Selzer, hatte eine solche Zusammenarbeit angeregt. „Das zeigt, dass die Gewerkschaft die Strukturkrise dieser Branche erkannt hat und bereit ist, ihren Teil zur Lösung beizutragen“, sagt Jens Colling, Geschäftsführer des ME Saar. Während Deutschland mit einem Mini-Wachstum knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt ist, geht die Produktion in der Autoindustrie bereits seit drei Quartalen zurück. „Anders als 2008 stecken wir allerdings nicht in einer vorübergehenden Wachstumskrise, sondern die Industrie steht wegen Digitalisierung und Technologiewechsel vor einem tiefgreifenden Strukturwandel“, sagt Colling. Die Unternehmen müssen sich einerseits für die Mobilität der Zukunft fit machen, wobei noch offen ist, mit welchem Antrieb Autos künftig fahren werden, andererseits müssen sie ihre Produktion durch Digitalisierung modernisieren.

Bei der Strukturoffensive sieht der ME Saar alle drei Partner in der Pflicht:
Aufgabe der Unternehmen ist es demnach, Investitionen in neue Geschäftsfelder und in die Modernisierung zu treffen. Nur sie können unternehmerische und strategische Entscheidungen treffen, die letztlich der Kern des Unternehmertums sind. Für sie gilt es, jetzt Zukunftsfelder auch abseits der Autoindustrie zu identifizieren, um langfristig mit einer breiteren Produktorientierung den Bestand zu sichern, und gleichzeitig die Kompetenz als Zulieferer für die Autotechnik der Zukunft auszubauen.

Aufgabe der Politik muss es sein, die entsprechenden Rahmenbedingungen für solche Investitionen zu setzen. Im Fokus stehen hier niedrigere Unternehmenssteuern und eine Flexibilisierung der Arbeitszeit. Gerade mit Blick auf die bevorstehende Krise ist es vordringlich, die Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu entlasten. Die Steuern und Sozialabgaben in Deutschland liegen im internationalen Spitzenbereich. Und die Arbeitszeitgesetze entsprechen längst nicht mehr der modernen Arbeitswirklichkeit. Hier ist die Landesregierung gefordert, mit Steuersenkungen tätig zu werden, aber auch konstruktiv auf die Bundespolitik für entsprechende Entlastungen einzuwirken.

Die Gewerkschaften als Sozialpartner sind gehalten, sich vorausschauend in die Transformation einzubringen. Das beginnt erst einmal bei der finanziellen Belastung der Unternehmen. Nach zehn guten Jahren ist es jetzt an der Zeit, die Bedingungen für  die kommenden Jahre mit Augenmaß so zu gestalten, dass die Unternehmen ausreichend Mittel für den Strukturwandel haben. Ebenso sind sie gefragt, konstruktiv an der nötigen Umgestaltung mitzuwirken.

„Unsere Unternehmen sind bereit für Zukunftsinvestitionen, brauchen aber auch den entsprechenden finanziellen Spielraum“, sagt Colling. Entsprechend erfreulich sei die Ankündigung der IG Metall, den Wandel gemeinsam anzugehen. „Die Autoindustrie steht vor großen Herausforderungen“, sagt Colling, „aber gemeinsam und mit entsprechendem Augenmaß werden wir viel erreichen können.“


Rückfragen gerne an:
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
Tel.    0681 9 54 34-28
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