ME Saar aktuell

 
Donnerstag. 30. Januar 2020

Rasche Verhandlungen ohne Vorbedingungen

ME Saar zum Stillhalteabkommen der IG Metall

Saarbrücken. ME Saar wird gemeinsam mit den M+E Arbeitgeberverbänden in Rheinland-Pfalz und Hessen der IG Metall Bezirksleitung Mitte zeitnah Terminvorschläge für die Aufnahme von Tarifverhandlungen unterbreiten. Damit geht ME Saar auf das Angebot der IG Metall ein, unmittelbar in regionale Verhandlungen zu einem Zukunftspaket einzusteigen, um vor Ende der Friedenspflicht zu einem Tarifergebnis zu kommen. „Wir erwarten, mit der IG Metall ergebnisoffen und ohne Vorbedingungen ins Gespräch zu kommen“, erklärte Oswald Bubel, Präsident von ME Saar, am Donnerstag im Anschluss an eine Präsidiumssitzung des Dachverbandes Gesamtmetall.

„Wir stimmen mit der IG Metall überein, dass angesichts der Konjunkturkrise und des Strukturwandels der Fokus auf der Zukunftssicherung der Unternehmen und der Beschäftigungssicherung liegen muss. Deshalb ist es richtig, wenn die IG Metall auf die sonst üblichen Rituale in Tarifauseinandersetzungen verzichtet“, so Oswald Bubel weiter. Allerdings dürfe die IG Metall, wenn sie es ernst meine, diese Bereitschaft nicht an überzogene oder unerfüllbare Erwartungen knüpfen. Arbeitgeberverbände können z.B. keine verbindlichen Zusagen machen, die den Betrieben Maßnahmen zum Personalabbau, zu Ausgliederungen, zu Produktverlagerungen oder Standortschließungen untersagen.

„Wir sehen die von der IG Metall vorgebrachten Vorgaben als Themenvorschläge für die anstehenden Tarifgespräche, in die wir die Anliegen unserer Mitgliedsunternehmen ebenfalls einbringen werden“, so Bubel weiter.

Konkret benennt ME Saar sechs Punkte:

  1. ME Saar sagt Ja zu einem echten Belastungs-Moratorium (Stillhalteabkommen) als langfristige Verständigung zwischen den Metall- und Elektroarbeitgeberverbänden und der IG Metall mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren.

  2. Wir sagen Ja zu betrieblichen Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung, eine Unternehmenssicherung ist jedoch Grundvoraussetzung für wettbewerbssichere und zukunftsfähige M+E-Unternehmen in Deutschland.
     
  3. Es ist und bleibt unternehmerische Aufgabe, den Wandel und damit Innovationen und zukünftige Geschäftsmodelle zu gestalten. Dabei werden wir die Arbeitnehmervertreter im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen selbstverständlich einbinden.
      
  4. ME Saar setzt mit einem fixen Gesamtprozentsatz möglicher Entgeltbestandteile in einem fünfjährigen Moratorium darauf, die konjunkturell schwierige Lage betriebsindividuell zu meistern und den laufenden Transformationsprozess vor Ort zu gestalten.

  5. Die schwierige Gesamtsituation der M+E-Industrie in Deutschland mit unterschiedlichen Ursachen und Ausprägungen fordert dazu auf, nicht auf einheitliche Detailregelungen zu setzen, sondern betriebsindividuelle Lösungsansätze vor Ort zu ermöglichen.
       
  6. Wichtig ist und bleibt es, alle Mitarbeiter in einem Unternehmen fair und gerecht zu behandeln und keinesfalls durch Extrazuwendungen für Gewerkschaftsmitglieder zu verunsichern und damit den Betriebsfrieden zu gefährden.

  
Ausgehend von diesen Positionen ist ME Saar bereit, die Überlegungen der IG Metall aufzunehmen und unverzüglich in Gespräche auf Ebene von M+E Mitte einzusteigen. Dazu werden regionale Gesprächstermine innerhalb der nächsten drei Wochen seitens der Arbeitgeberverbände von M+E Mitte angeboten.


Fragen bitte an:
Joachim Wollschläger
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V. – ME Saar
Harthweg 15, 66119 Saarbrücken
T 0681 9 54 34-28, F 0681 9 54 34-74,
E-Mail wollschlaegermesaar.de