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Montag. 30. September 2019

VSU-Präsident fordert von der Politik in Wirtschaftsfragen mehr Realitätssinn

Oswald Bubel macht eine zunehmend wirtschaftsskeptische Stimmung im Land aus

Im Rahmen seiner Ansprache zum Unternehmertag am 30.09.2019 hat der Präsident der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände, Oswald Bubel, mehr Realitätssinn von der Politik gefordert. „Verlieren Sie nicht aus dem Blick, wie wichtig die Wirtschaft für unser Land ist“, sagte der VSU-Präsident bei der Veranstaltung im Saarbrücker Schloss, zu der über 200 Gäste gekommen waren. „Lassen Sie sich bei Ihren Entscheidungen nicht vom Populismus leiten“, sagte er auch mit Blick auf die Enteignungsdiskussionen in der Politik.

Bubel mahnte in seiner Rede an, dass sich in Deutschland zunehmend eine wirtschaftsskeptische Stimmung ausbreitet. Dieser gelte es entgegenzuwirken, denn „ohne Wirtschaft ist auch unser Wohlstand nicht denkbar“. Das gelte es auch bei der Klimapolitik zu bedenken. „Eine Klimapolitik ohne jede Rücksicht auf die Versorgungssicherheit bedeutet das Aus für viele Industriebetriebe und damit den Verlust unzähliger Arbeitsplätze. Eine kluge Klimapolitik dagegen kann neue Wirtschaftszweige mit sich bringen und so Beschäftigung und Wohlstand sichern.“

Der VSU-Präsident lobte die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgestellte Mittelstandsstrategie. Mit seiner Strategie strebe Altmaier Maßnahmen an, die für die Wirtschaft finanzielle und bürokratische Entlastung versprächen. Bubel nannte in diesem Zusammenhang die vollständige Soli-Abschaffung, die Senkung der Steuern auf Unternehmensgewinne und die überfällige Reform des Arbeitszeitgesetzes. Zum letzten Punkt sagte Bubel: „Es ist dringend notwendig, dass Deutschland hier die deutlich flexibleren Regeln der EU übernimmt und sich von dem starren deutschen Korsett einer täglichen Höchstarbeitszeit löst.“

Die Saar-Wirtschaft leidet stark unter der aktuell schwierigen konjunkturellen Lage.   Mehrere Unternehmen haben Stellenstreichungen angekündigt. Vor allem die weltweiten Unsicherheiten mit den von den USA verantworteten Handelskriegen und einer ungeklärten Situation rund um den britischen Austritt aus der Europäischen Union machen der exportorientierten Wirtschaft im Saarland zu schaffen. Dazu kommen strukturelle Probleme in der Autoindustrie, die beim Antrieb vor einem Technologiewechsel steht.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier betonte in seiner Rede die Bedeutung des Mittelstands für die Bewältigung der kommenden Herausforderungen: „Ob Demografie, Digitalisierung, Energiewende – vieles ist im Umbruch. Dieser Wandel erfordert von den Unternehmerinnen und Unternehmern – gerade auch im Mittelstand – große Kraftanstrengungen, aber auch Mut und Ideen. Wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft kommt eine entscheidende Rolle zu, diese Herausforderungen zu meistern. Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass dieser Wandel von den Unternehmen bestmöglich bewältigt werden kann. Hierzu setzen die von mir vorgelegten Eckpunkte meiner Mittelstandsstrategie wichtige Weichenstellungen.“

Rückfragen bitte an:
Joachim Wollschläger
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e.V. - VSU
Tel.: 0681 9 54 34-28
E-Mail: wollschlaegermesaar.de