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Freitag. 20. September 2019

VSU spricht sich für zukunftsfähige Renten-Finanzierung aus

Die Arbeitgeber an der Saar lehnen die vom scheidenden Verdi-Chef Frank Bsirske geforderte Erhöhung der Rentenbeiträge auf 26 Prozent ab. „Eine weitere Anhebung der Rentenbeiträge belastet vor allem die junge Generation der Beitragszahler und die Unternehmen“, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU). „Aus gutem Grund gilt seit vielen Jahren das Prinzip der drei Säulen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge.“ Dieses Drei-Säulen-Prinzip hat das Ziel, Risiken in der Altersvorsorge bestmöglich abzufedern.

„Die demographische Entwicklung bringt erhebliche Belastungen für die Rentenversicherung mit sich“, sagt Schlechter. Mit den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er Jahre stehen bald immer mehr Rentner immer weniger Beitragszahler gegenüber. Umso wichtiger ist es, bei der Altersvorsorge auf mehrere Säulen zu bauen, die nicht ausschließlich aus Rentenbeiträgen finanziert werden. In diesem Zusammenhang hat die Bundesregierung im Rentenpakt zugesagt, den Rentenversicherungsbeitragssatz bis 2025 höchstens auf 20 Prozent steigen zulassen. „An dieser Grenze sollten wir festhalten“, sagt Schlechter.

Die VSU appelliert gleichzeitig an die Politik, zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Rentenpolitik zurückzukehren. „Rentengeschenke mit der Gießkanne, wie die Mütterrente oder eine Grundrente, denen keine Beitragszahlungen zugrunde liegen, widersprechen dem Solidarprinzip der Rentenversicherung“, sagt Schlechter. „Dies sind Aufgaben des Sozialstaates, die aus Steuermitteln und nicht aus der Rentenkasse finanziert werden sollten.“

Schlechter wehrt sich auch gegen eine weitere Zusatzbelastung der Unternehmen. Schon jetzt seien die Arbeitskosten der deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich auf einem Spitzenwert. Rund 41 Euro kostete 2018 eine Arbeitsstunde in der deutschen Industrie. Damit ist Arbeit in Deutschland bereits fast ein Drittel teurer als im Durchschnitt der Industrie-Nationen. „Wenn wir die deutsche Wirtschaft wettbewerbsfähig halten wollen, muss es unser Ziel sein, die Arbeitskosten nicht weiter steigen zu lassen“, sagt Schlechter.

Verdi-Chef Bsirske hatte gefordert, die Rentenbeiträge von aktuell rund 18 Prozent auf künftig 26 Prozent anzuheben und diesen Beitrag paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanzieren zu lassen.

Rückfragen gerne an:
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
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