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Dienstag. 13. August 2019

Arbeitgeber begrüßen Heils Pläne für vereinfachtes Kurzarbeitergeld

Der saarländische Branchenverband ME Saar begrüßt die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), die Regeln für Kurzarbeitergeld und Qualifizierung in der Krise zu lockern. „Angesichts der zunehmend schlechteren Wirtschaftsdaten ist es dringend notwendig, sich auch politisch für den Abschwung zu rüsten“, sagt Jens Colling, Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V. „Dazu gehört auch, dass die Unternehmen schnell und auch über einen längeren Zeitraum auf das Instrument Kurzarbeitergeld zurückgreifen können.“ Besonders positiv bewertet Colling in diesem Zusammenhang, dass Heil ähnlich wie schon in der Finanzkrise von 2008/09 Weiterbildungskosten der Unternehmen über Lohnkostenzuschüsse fördern will, wenn Unternehmen Beschäftigte im Rahmen der Kurzarbeit weiterbilden. „Das ist eine Möglichkeit, Fachkräfte nicht nur im Unternehmen zu halten, sondern sie auch für künftige Aufgaben zu qualifizieren.“

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) in Deutschland befindet sich nach zwei Quartalen mit rückläufiger Produktion technisch bereits in einer Rezession. Nach einem Minus von 1,6 Prozent im ersten Quartal (gegenüber dem vierten Quartal 2018) ist die Produktion auch im zweiten Quartal mit minus 2,4 Prozent deutlich zurückgegangen. Insgesamt lag die M+E-Produktion im 1. Halbjahr 2019 um minus 4,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Arbeitsminister Heil hatte gestern Abend im rheinland-pfälzischen Herxheim die Grundzüge für ein „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ vorgestellt, das er im Herbst vorlegen will. Kurzarbeitergeld soll dabei leichter fließen und Qualifizierung stärker öffentlich gefördert werden. Heil hatte angekündigt, alle Instrumente zu nutzen, um eine konjunkturelle Krise auf dem Arbeitsmarkt flankieren zu können.

„Die deutschen Unternehmen sind vor zehn Jahren auch wegen des erleichterten Zugangs zu Kurzarbeitergeld gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen“, sagt Colling. „Angesichts weltweiter Handelskriege und des aktuellen Technologiewandels stehen gerade Automobilindustrie, Maschinen- und Anlagenbau vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass die Politik alle Mittel nutzt, den Unternehmen durch diese schwierige Phase zu helfen und so die Wirtschaft zu stabilisieren.“

Rückfragen gerne an:
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
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E-Mail wollschlaegermesaar.de