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Freitag. 17. Mai 2019

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Wandel in der Mobilität, Digitalisierung im Zuge der Industrie 4.0: Im Rahmen der Mitgliederversammlung von ME Saar sprach Präsident Oswald Bubel einige der anspruchsvollen Herausforderungen an, denen sich viele Unternehmen der Branche stellen müssen. Bubel zeigte sich von der Leistungsfähigkeit der Industriebetriebe im Saarland überzeugt, warnte aber zugleich davor, die Unternehmen zu überfordern.

„Die Liste der hausgemachten Diskussionen zu unserem Standort ist noch viel länger. Sie reicht von der Energieversorgung bis zum Diesel, von der Verkehrsinfrastruktur bis zur Digitalisierung, vom ewigen Streit über Finanzierungs- und Bildungskompetenzen zwischen Bund und Ländern bis zur Füllhornpolitik bei den Renten bis zur Einengung der Unternehmensspielräume durch neue Vorschriften. Hier erwarten wir von der Politik eine mutige Vorwärtsstrategie in der Wirtschaftspolitik, welche die Wettbewerbsfähigkeit schärft, anstatt ihre Bewegungsspielräume einzuengen. Statt Umverteilung, müssen wir jetzt den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wieder dringend in den Vordergrund rücken“, sagte Bubel. Dazu gehöre auch eine klare und deutlich sichtbare Industriepolitik. Ein Thema das Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu Recht aufgegriffen habe. Bei der Ausgestaltung der Industriepolitik gebe es manche Übereinstimmungen mit den Vorstellungen der Wirtschaft, aber auch noch wichtige Punkte, bei denen man im Gespräch bleiben müsse.

Bubel kritisierte das internationales Kräftemessen, das durch Abschottung und Protektionismus weltweit Unsicherheit schüre. „Daraus entsteht Vorsicht, die wir im Welthandel als Exportnation Deutschland zu spüren bekommen - und ganz besonders hier im Saarland“. Vor diesem Hintergrund betonte Oswald Bubel die Bedeutung von Geschlossenheit, Kontinuität und Verlässlichkeit in Europa: „Nur gemeinsam werden wir Europäer die uns verbindenden Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit verteidigen und weltweit stärken und einer „America-first-Politik“ oder den Bedingungen eines gelenkten Staates wie China wirklich etwas entgegen setzen können“.

ME Saar Präsident Oswald Bubel schloss mit dem Blick auf die Europawahl  mit einem klaren Appell: „Ich bin begeisterter Europäer. Vor allem weil ich das Friedens- und Einigungswerk hinter der europäischen Idee sehe. Der wiedererstarkende Nationalismus ist ein Spiel mit dem Feuer, dem müssen wir eine klare Abfuhr erteilen.“