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Montag. 09. September 2019

Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis für Sonja Finck

Deutsch-kanadische Übersetzerin frankophoner Literatur wird in der Aula Sulzbach ausgezeichnet.

Sie sei „brilliant“ in ihren Übertragungen französischer Literatur ins Deutsche, so lobte Laudator Frank Heibert die Übersetzerin Sonja Finck bei der Verleihung des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises am 9. September in der Aula Sulzbach. Finck übersetze nicht nur, sie schlüpfe quasi in die Haut der Autoren, betrachte die Welt aus ihren Augen, finde für französische Redewendungen und Beschreibungen deutsche Entsprechungen. „Ihre Übersetzungen laden dazu ein, den Figuren nahe zu kommen – so nahe jedenfalls, wie es der Autor zulässt“, sagte Heibert. Übersetzen sei eben nicht nur ein Einfaches Übertragen der Bücher: „Übersetzer schreiben wie der Autor, aber mit den Mitteln der eigenen Sprache“, sagt er.

Die Übersetzerin Sonja Finck ist am 9. September in der Aula in Sulzbach mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ausgezeichnet worden. Der Preis wird gemeinsam von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und dem Saarländischen Rundfunk vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis würdigt das Andenken des bedeutenden Sulzbacher Übersetzers und Autors Eugen Helmlé.

Finck, die zwischen ihren beiden Wohnsitzenden in Kanada und Deutschland pendelt, übersetzt frankophone Literatur, die verschiedenen Sphären und Kontexten entstammt. Die von ihr übersetzten Autorinnen und Autoren kommen zum Beispiel aus Nordafrika, Kanada oder Frankreich. Von ihr übersetzte Autoren sind unter anderem Annie Ernaux, Jocelyne Saucier oder Wajdi Mouawad. In ihrem Urteil lobte die Jury des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises: „Die Arbeit von Sonja Finck endet nicht mit der Rekreation eines Textes in einer anderen Sprache: sie lädt auf ihre Art dazu ein, an den großen Debatten und aktuellen Fragen unserer Gegenwart teilzuhaben.“

Oswald Bubel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung ME Saar, sagte Übersetzern kämen in unserer Gesellschaft eine besondere Rolle zu: „Sie sind Vermittler über die Grenzen hinweg. Wo durch verschiedene Sprachen Barrieren entstehen, öffnen Sie durch Ihre Arbeit Räume. Sie ermöglichen es, das Fremde verstehbar zu machen, die andere Welt in unsere eigene Gedankenwelt zu integrieren.“ Ricarda Wackers, Programmchefin von SR 2 Kulturradio, warnte davor, dass Sprache viel zu häufig zum Medium werde, Grenzen hochzuziehen, nicht nur zwischen den Ländern, sondern vor allem im eigenen Land. Umso mehr sei die Arbeit von Finck zu schätzen, die Sprache sehr bewusst und sehr sensibel nutze.

Der Eugen-Helmlé-Preis wurde 2019 zum 15. Mal verliehen. Jurorinnen des Preises waren die Berliner Journalistin Susanne von Schenck, die Literaturbeauftragte der Direction Régionale des Affaires Culturelles (DRAC) der Region Grand Est in Metz, Colette Gravier, und Tilla Fuchs, Literaturredakteurin (Saarländischer Rundfunk).

Die bisherigen Preisträger sind Tobias Scheffel (2005), Claude Riehl (2006), Andrea Spingler (2007), Nicole Bary (2008), Lis Künzli (2009), Olivier Le Lay (2010), Holger Fock und Sabine Müller (2011), Alain Lance und Renate Lance-Otterbein (2012), Jürgen Ritte (2013), Cécile Wajsbrot (2014), Hinrich Schmidt-Henkel (2015), Anne Weber (2016), Simon Werle (2017) und Olivier Mannoni (2018).

Rückfragen gerne an:
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
T    0681 9 54 34-28
E-Mail wollschlaegermesaar.de