Lieferengpässe behindern die wirtschaftliche Erholung

Rohstoffe bleiben aus, Vorprodukte kommen nicht rechtzeitig an, fehlende Halbleiter legen die gesamte Autoindustrie lahm - die Lieferketten stocken und die Produktion in Deutschland leidet. Von der dringend benötigten Erholung ist die M+E-Industrie noch weit entfernt. Das zeigt auch eine Umfrage der Metall-Verbände bei ihren Unternehmen. 95 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihnen Rohstoffe, Materialen oder Vorprodukte fehlen, und dass dadurch ihre Produktion in Mitleidenschaft gezogen ist. 42 Prozent sagen sogar, dass sie stark betroffen sind. Im Saarland macht sich wegen der starken Fokussierung auf die Autoindustrie vor allem der Halbleitermangel in der Produktion negativ bemerkbar. „Die aktuellen Lieferschwierigkeiten zeigen, dass wir in der Corona-Pandemie bei Weitem noch nicht über den Berg sind. Die Unternehmen haben zwar derzeit noch volle Auftragsbücher, können aber nicht produzieren, weil ihnen die nötigen Materialien fehlen“, sagt ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. „Die Erholung wird noch lange dauern: Gerade weil in vielen Ländern noch geringe Impfquoten herrschen, droht das Virus weiterhin, wichtige Produzenten, Häfen und Logistikrouten lahmzulegen.“

Lieferprobleme machen die Erholung zu einem Aufholprozess mit Bleistiefeln

Warum wir Ansiedlungen brauchen

Das Saarland soll auch weiter Industrieland bleiben

Wohlstand in Deutschland ist vor allem durch die Industriebedingt. Ohne werthaltige Arbeitsplätze verlieren wir Wertschöpfung und Einkommen. Gerade in einem Industrieland wie dem Saarland ist es deshalb wichtig, auch künftig gute Industriearbeitsplätze zu sichern. Das Thema muss schon deshalb erste Priorität bei Politik und Bevölkerung haben, da durch den Wechsel von der Verbrennertechnik zur E-Mobilität viele Tätigkeiten hier im Land wegfallen werden. Umso wichtiger ist es, mit einer aktiven Ansiedlungspolitik in den Bereichen Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung neue Arbeitsplätze zu schaffen. VSU-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter hat sich deshalb in einem Gastbeitrag in der "Saarbrücker Zeitung" dafür ausgesprochen, die geplante Ansiedlung der Batterieproduktion in Überherrn und Heusweiler nicht wegen Bürgerprotesten voreilig zu blockieren. Vielmehr sei es wichtig, dem Unternehmen die entscheidenden Fragen zur Ansiedlung zu stellen und einen geordneten Prüfprozess zu durchlaufen. Eine Auseinandersetzung, die weniger auf der Basis von Fakten als vielmehr von Emotionen stattfinde, schade dem Image des Saarlandes. "Hier gilt es, auf eine sachliche Grundlage zurückzukehren" schreibt Schlechter. Er fordert ein starkes Signal aller Beteiligten, von der Politik ebenso wie von Gewerkschaften und Unternehmen, dass das Saarland auch in Zukunft Industrieland bleibt und als Industrieland Zukunft hat.

Gastbeitrag in der Saarbrücker Zeitung

Was Unternehmen und Mitarbeiter über Corona wissen müssen

Schulen und Kindergärten schließen, Geschäfte sind zu, große Unternehmen stellen den Betrieb ein. So sah die Situation im Saarland noch im März aus ein ganzes Land im Griff eines winzigen Virus. Und auch der zweite Lockdown zum Jahresende hält viele in Atem. Wir halten Sie über die neuesten Entwicklungen rund um Corona auf dem Laufenden. Aktuelle Informationen finden unsere Mitglieder auf unseren Spezialseiten zu Corona.  

Die wichtigsten Informationen rund um das Virus

Impfen bleibt wichtigste Corona-Maßnahme

VSU ruft gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium zum Impfen auf

Das Saarland nimmt bei den Impfungen gegen Corona einen Spitzenplatz ein. Mehr als die Hälfte aller Saarländer sind bereits vollständig geimpft. Um das Virus einzudämmen ist aber eine noch deutlich höhere Impfquote vonnöten. Deshalb ruft die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände die Unternehmen und ihre Mitarbeiter im Saarland auf, sich impfen zu lassen, solange dies noch nicht geschehen ist. "Impfen ist der Königsweg gegen die Pandemie", sagt VSU-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. Deshalb ist es wichtig, eine möglichst große Immunität in der Bevölkerung zu erreichen. Dies gilt besonders angesichts der Bedrohung durch eine vierte Welle, ausgelöst von neuen Corona-Mutanten. Seit Juni sind in zahlreichen saarländischen Betrieben auch Impfärzte in die Corona-Impfcampagne eingebunden. Impfungen sind außerdem - auch sehr kurzfristig - in den saarländischen Impfzentren sowie in Hausarztpraxen möglich.

Bubel: Regierung muss sich jetzt schnell handlungsfähig aufstellen

In Berlin stehen wichtige Themen zur Entscheidung an

Nach der Bundestagswahl geht es jetzt darum, schnell eine handlungsfähige Regierung an den Start zu bringen, in der auch die Belange der Wirtschaft ausreichend gehört werden. „Deutschland steht vor großen Herausforderungen – vom Klimawandel über die Folgen der Coronapandemie bis hin zum Strukturwandel der Industrie. Diese zügig anzugehen, muss in den kommenden Wochen im Vordergrund stehen", sagt Oswald Bubel, Präsident der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) und des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar). Er fordert die Politik deshalb auf, schnell eine Koalition zu bilden. Durch die Beschränkungen auf nur zwei wahrscheinliche Parteienkombinationen gilt es jetzt, die entsprechenden Gespräche zügig zu führen, Positionen abzugleichen und Schnittmengen zu definieren. "Wir wünschen uns von den Parteien ziel- und lösungsorientierte Verhandlungen, die schnell in eine handlungsfähige Regierung münden“, sagt Oswald Bubel.

Die Wirtschaft in Deutschland steht mit dem Strukturwandel vor einer Jahrhundertaufgabe, die durch Dekarbonisierung, Demografie und Digalisierung getrieben wird. Sie braucht Rahmenbedingungen, die ihnen eine schnelle Rückkehr aus der Corona-Pandemie zu wirtschaftlicher Stärke erlauben. Denn nur eine starke Industrie ist in der Lage, den Wandel zu gestalten - und gleichzeitig der Herausforderung durch den Klimawandel zu begegnen. Auch können nur starke Unternehmen die Gewinne erwirtschaften, die nun dringend nötig sind, um die hohen Belastungen der Corona-Pandemie zu refinanzieren.

Die drängendsten Aufgaben der Politik aus Sicht der Wirtschaft

Homeoffice wird zum Einfallstor für Internet-Kriminelle

Sicherheitslücken beim mobilen Arbeiten haben 2020 einen Schaden von 52 Milliarden Euro gebracht

Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage: Noch nie haben Cyberkriminelle bei deutschen Unternehmen einen so hohen Schaden verursacht wie 2020. Während den Firmen 2019 noch rund 103 Milliarden Euro verloren gingen, waren es im vergangenen Jahr bereits 223 Milliarden Euro, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt. Anhand dieser und weiterer Daten summiert sich der Schaden, der durch Angriffe im Homeoffice entstanden ist, auf rund 52 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer neuen IW-Studie. 

Das Homeoffice ist für Cyberkriminelle ein Geschenk: Jeder Mitarbeitende, der von zuhause arbeitet, nutzt Verbindungen, die oft leichter angegriffen werden können als solche im Firmennetzwerk. Entsprechend muss die IT-Sicherheit während der Pandemie besonders geschützt werden. Das ist bei vielen Unternehmen offensichtlich nicht der Fall gewesen: Ein Viertel der Schadenszunahme aus dem vergangenen Jahr lässt sich auf die Arbeit im Homeoffice zurückführen. „Zu oft gab es keine Firmen-Laptops, keine Schulungen und keine Sicherheitskonzepte“, sagt IW-Studienautorin Barbara Engels.

Zur IW-Studie

Wie entwickelt sich die Konjunktur der M+E-Industrie? - Herbst 2021

Die Metall- und Elektro-Industrie wurde durch die Corona-Krise in eine tiefe Rezession gezwungen: Nach einem regelrechten Absturz im zweiten Quartal 2020 hat sich die Lage in den folgenden Monaten aber wieder merklich erholt. Dennoch ergibt sich ein ambivalentes Bild: Während die Auftragseingänge bis zum Juli 2021 kräftig gestiegen sind und sich die Kapazitätsauslastung konsolidiert hat, behindern fehlende Teile (Halbleiter) und Knappheit beim Material (Stahl, Kunststoffe) seit Jahresbeginn den Aufholprozess in der Produktion. Die Beurteilung der wirtschaft­lichen Lage hat sich im August leicht eingetrübt, bleibt aber auf einem hohen Niveau. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich im August weiter verschlechtert, liegen per Saldo aber noch im Plus.

zum vollständigen Bericht

Schlechter: Wir müssen auch über längere Lebensarbeitszeit diskutieren können

Demografische Entwicklung wird zur Gefahr für das Rentensystem

Angesichts eines drohenden Kollapses der Rentenversicherung erwartet Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände, von der Politik auch eine Diskussion über eine verlängerte Lebensarbeitszeit. „Wenn Menschen immer älter werden, führt kein Weg daran vorbei, auch die Lebensarbeitszeit den neuen Gegebenheiten anzupassen“, sagt Schlechter. Durch die demografische Entwicklung und die längere Lebensarbeitszeit müssen immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren. Während bei der Konzeption des Sozialsystems unter Konrad Adenauer noch fünf Arbeitnehmer einen Rentner finanziert haben, liegt die Last nun auf weniger als zwei Arbeitnehmern. „Das Verhältnis aus Arbeits- und Rentenphase darf nicht so verschoben werden, dass die jungen Menschen über Gebühr belastet werden“, sagt Schlechter. „Es muss deshalb erlaubt sein, auch über einen späteren Renteneintritt nachzudenken. Sonst ist die Belastung für die Generation unserer Kinder nicht mehr zu schultern.“

Rentensystem in Schieflage

Wirtschaft kritisiert Lieferkettengesetz

Schlechter: Neues Gesetz ist Bürokratiemonster

Die saarländische Wirtschaft kritisiert das neue Lieferkettengesetz. Das geplante Gesetz sei in der aktuellen Form eine Belastung für die Unternehmen, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) und des Verbands der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar). „Viele Unternehmen haben hunderte direkte Zulieferer“, sagt Schlechter „Wenn sie nun all diese Zulieferer kontrollieren sollen, ist das ein erheblicher bürokratischer Aufwand“, sagt er. Er fürchtet, dass die Wirtschaft im Lnd dadurch einen erheblichen Wettbewerbsnachteil erleidet. Dass sich, wie vom Gesetzgeber beabsichtigt, durch das Gesetz an der Menschenrechtslage etwas ändert, sei dagegen kaum zu erwarten. 

Bürokratiemonster Lieferkettengesetz

Mobiles Arbeiten wird nicht verschwinden

Unternehmen werden nach den Erfahrungen im Rahmen der Pandemie auch künftig auf flexible Arbeitsformen setzen, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). Mobiles Arbeiten habe sich in den vergangenen Monaten in einem gewissen Umfang bewährt. "Es kann für Arbeitgeber und Vorteile durch eine erhöhte Flexibilität bringen", sagt er. Deshalb würden auch jetzt viele Unternehmen prüfen, inwieweit sie künftig auf mobile Arbeitsformen setzen. "Wichtig ist allerdings, dass es jetzt nicht zu einer bürokratischen Überregulierung kommt", sagt Schlechter. Sonst sei ein gutes Instrument schnell wieder unbrauchbar und würde "zum Ladenhüter degradiert".

Auch ohne Homeoffice-Pflicht im Einsatz

Strukturwandel, Digitalisierung, Corona und ein Tarifabschluss

Der Jahresbericht 2020/2021 beleuchtet die Herausforderungen der Branche

Das Corona-Virus und all die Einschränkungen, die es für die Wirtschaft mit sich bringt, hat unsere Arbeit, unser Leben und das unserer Mitgliedsunternehmen geprägt. In diesen Corona-Zeiten bestimmen aber auch weitere Themen unsere Arbeit. So haben wir trotz der Einschränkungen durch die Pandemie einen der schwierigen Zeit angemessenen Tarifabschluss erreicht. Die Unternehmen sind dadurch in der Lage, sich auf den anstehenden Strukturwandel zu konzentrieren. Diese und weitere Themen lesen Sie im Jahresbericht des ME Saar 2020/2021.

Tarifeinigung bei M+E-Mitte erzielt

Laufzeit bis September 2022

Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar), Pfalzmetall, Hessenmetall und vem die Arbeitgeber haben mit der IG Metall am 31. März 2021 einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Die Arbeitgeberverbände sind in der Verhandlungsgemeinschaft M+E-Mitte zusammengeschlossen. Kernpunkte sind die Zahlung einer Corona-Beihilfe, die jährliche Zahlung eines Transformationsgeldes ab Februar 2020, Regelungen zur Arbeitszeitabsenkung im Strukturwandel sowie Vereinbarungen für Zukunftstarifverträge. Die Laufzeit reicht bis September 2022. Wie genau der Tarifvertrag in den einzelnen Punkten funktioniert, zeigen die nebenstehenden Filme und die untenstehenden Grafik.

Entgelt

Es wird keine Erhöhung der Entgelttabelle geben. Der Entgelttarifvertrag vom 9. Februar 2018 gilt unverändert fort. Bis Ende Juni zahlen die Unternehmen ihren Vollzeitbeschäftigten eine Corona-Beihilfe, mit der sie das herausragende Engagement der Belegschaften in der Pandemie würdigen. Gleichzeitig bekommen die Beschäftigten ab kommendem Jahr ein Transformationsgeld, das als Ausgleichszahlung bei Arbeitszeitabsenkung verwendet werden kann, um das Entgelt zu verstetigen. Die Zahlung des T-Zug B wird erstmals automatisch an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt.

Arbeitszeitabsenkung

Der Tarifvertrag gibt den Unternehmen mehr Möglichkeiten als bisher, ihre Arbeitszeit abzusenken. Dabei kann - wie bisher die Wochenarbeitszeit per Betriebsvereinbarung auf unter 35 bis zu 30 Stunden pro Woche sinken. Das gilt für zwölf Monate. Längere Phasen der Arbeitszeitabsenkung sind nur möglich, wenn sie freiwillig von beiden Seiten vereinbart sind. Sinkt die Arbeitszeit dann auf 32 Wochenstunden, erhalten die Beschäftigten ab dem 13. Monat einmal pro Woche einen Zuschlag von 25 Prozent des durchschnittlichen Stundenentgelts. Sollte die Arbeitszeitabsenkung länger als 24 Monate abgesenkt werden, bekommen die Beschäftigten ab dem 25. Monat pro Woche bei einer Absenkung auf 33 Wochenstunden einen Zuschlag von 25 Prozent eines Durchschnitts-Stundenentgelts, bei einer Absenkung auf 32 Wochenstunden einen Zuschlag von 50 Prozent des Durchschnitts-Stundenentgelts.

Zukunftssicherung

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben einen tariflichen Rahmen vereinbart, innerhalb dessen die Betriebsparteien Transformationsprozesse miteinander beraten und notwendige Änderungen anstoßen können.
 

 

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