Wie entwickelt sich die Konjunktur der M+E-Industrie? 

Erneuter Produktionseinbruch im H1 – Pessimismus im August wieder gestiegen – Personalabbau beschleunigt

Die M+E-Neuauf­träge blieben im Juni auf dem Niveau des Vormonats. Der Mai wurde zudem etwas nach unten korri­giert. Im H1 ergab sich insgesamt ein Plus von 4,8 Prozent zum Vorjahr, das aller­dings vor allem von Groß­auf­trägen und Vorzie­h­ef­fekten geprägt war. Der Stabi­li­sie­rung fehlt weiterhin die nötige Breite und Konstanz. Seit nunmehr 12 Quartalen ist die M+E-Industrie damit in einer Unter­aus­las­tung. Die Auslas­tung blieb zum Start ins Q3 unver­än­dert bei nur 79 Prozent und damit deutlich unter dem lang­jäh­rigen Mittel von 85 Prozent. Im August bewer­teten die M+E-Unter­nehmen die Nach­fra­ge­ent­wick­lung zudem wieder deutlich schlechter.

Die M+E-Produk­tion konnte sich im Juni leicht um 0,3 Prozent zum Vormonat stabi­li­sieren und lag auch im Q2 um 0,2 Prozent über dem Vorquartal. Aufgrund der starken Rück­gänge im Q1 liegt die Produk­tion dennoch weiter deutlich unter dem Vorjahr. Im gesamten H1 ergab sich ein Minus um 2,2 Prozent. Damit dauert die längste Rezession der Nach­kriegs­ge­schichte an. Das Niveau von 2018 wird um 15 Prozent unter­schritten.

Die M+E-Umsätze stabi­li­sierten sich zwar und lagen im H1 um 2,2 Prozent über dem Vorjahr. Dies war aller­dings stark von Sonder­ef­fekten beein­flusst. Einer­seits stiegen Einkaufs­kosten und Produ­zen­ten­preise infolge des Iran­kriegs. Der preis­be­rei­nigte Absatz lag im H1 dagegen nur auf dem schwachen Vorjah­res­ni­veau (+0,1 Prozent). Dies wurde ande­rer­seits durch die Abrech­nung einiger Groß­auf­träge beein­flusst, was zu einer sehr diffe­ren­zierten Entwick­lung führte. Im Q2 schwächte sich die Stabi­li­sie­rung weiter ab.

Die Zahl der M+E-Beschäf­tigten ging im Juni auf 3,724 Mio. zurück. Damit gingen innerhalb eines Monats über 12.000 Arbeits­plätze verloren. Gege­nüber 2019 summiert sich der Rückgang auf fast 340.000 M+E-Arbeits­plätze. Die Beschäf­ti­gung sank auf den tiefsten Stand seit Februar 2014. Ange­sichts der anhal­tenden Unter­aus­las­tung waren die Perso­nal­pläne im August weiter (den 38. Monat in Folge) abwärts­ge­richtet. Die Arbeits­lo­sig­keit in M+E-Jobs stieg im August weiter an und lag erstmals seit Februar 2021 wieder über 180.000.

Das M+E-Geschäfts­klima verharrte auch im August mit -3 Punkten im Rezes­si­ons­be­reich (Juli: -5 Punkte). Während die aktuelle Lage etwas weniger schlecht einge­schätzt wurde, blickten die Unter­nehmen wieder pessi­mis­ti­scher auf das weitere Jahr. Dagegen verbes­serten sich die Produk­tions- und Export­pläne im August.

Zum ausführlichen Bericht von Gesamtmetall